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Ein kleiner Schubs für ein X, ein großer Sprung für den Sound

Was ist eigentlich Forward und Rearward Shifted X Bracing?
Eine unsichtbare, aber tiefgehende Änderung bei den Gitarren der neuen Standard Series ist die genaue Positionierung des Bracings: Praktisch alle neuen Gitarren werden mit dem so genannten Forward Shifted X Bracing versehen. Unscheinbar deswegen, weil es sich bei dem Bracing um das normalerweise unsichtbare Leistensystem unter der Decke handelt, tiefgehend deswegen, weil es den Sound der Gitarre wesentlich beeinflusst.

Dieses Leistensystem sorgt, kurz gesagt, dafür, dass die Decke dem Saitenzug widerstehen kann und dennoch frei schwingt. Dabei handelt es sich immer um einen Kompromiss, der sowohl auf der stabilen als auch auf der schwingungsfreudigen Seite landen kann. Ist die Wahl hierbei jedoch nicht klar? Je schwingungsfreudiger, desto besser, sollte man meinen. Ganz so einfach ist es nicht. Je nach Zeitgeschmack werden nämlich unterschiedlich starke Saiten bevorzugt, und für einen Medium-Satz mit einer .013er e-Saite muss die Decke deutlich stabiler sein als für ein Light-Set mit einer .011er e-Saite. Dazu kommen Überlegungen wie die Langzeitstabilität, denn wer möchte schon, dass sich die Decke nach ein paar Jahren wölbt wie die Kuppel des Reichstags in Berlin? Und schließlich geht es nicht nur um Stabilität versus Schwingung, sondern auch um den Grundsound.

Und jetzt kommt endlich das Forward Shifted X Bracing ins Spiel. Ein X Bracing besteht im Wesentlichen aus zwei über Kreuz liegenden Leisten, deren Kreuzungspunkt unterhalb des Schalllochs liegt – und zwar im Normalfall genau 1,5 Zoll unterhalb des unteren Schalllochrands. Das war bei den Martin-Gitarren vor 1938 anders. Hier betrug der Abstand 1 Zoll, also 2,54 Zentimeter.

Der Klang dieser Instrumente ist legendär, und viele Martin-Enthusiasten führen das unter anderem auf die Platzierung des Bracings zurück. Entsprechend groß war die Aufregung, als durchsickerte, dass alle großformatigen Gitarren der „Reimagined Standard Series“ mit diesem Bracing ausgestattet sind.

Klanglich wird solchen Instrumenten ein fetterer Bass nachgesagt. Das verschobene „X“ senkt die Resonanzfrequenz der Decke. Sie wird weicher und kann weiter schwingen. Daher der stärkere Bass.

Nachdem aber jede Medaille zwei Seiten hat, muss man auf einer anderen Seite Abstriche machen. In diesem Fall ist es das Einschwingverhalten, denn eine weicher aufgehängte Decke benötigt mehr Zeit, um den Impuls der Saite aufzunehmen und ins Schwingen zu kommen. Besser? Schlechter? Nein, nur anders. Aber derzeit dem Zeitgeist entsprechend. Übrigens existiert auch das Gegenteil, nämlich das „Rear Shifted X Bracing“. Damit ist beispielsweise die D-18 Authentic 1939 Aged ausgestattet. Das eher trocken klingende Modell erhält durch dieses Bracing ein definierteres Attack. Besser? Nein, nur anders. Bei aller Theorie – aufschlussreich ist immer nur der persönliche Eindruck. Geht zu eurem Martin-Händler! Spielt! Und dann nehmt genau die eine Gitarre, die euch gefällt. Es ist nämlich sehr wahrscheinlich, dass ein baugleiches Instrument nicht so klingt. Besser? Schlechter? Nein, nur anders …

Martin D-28 und HD-28 – gestern und heute

Wie schon im letzten Newsletter erwähnt hat Martin seine Standard Series komplett überarbeitet und ihr den griffigen Namen „Reimagined Standard Series“ verliehen. Schauen wir uns anhand der Modelle D-28 und HD-28 im Detail an, was das für uns bedeutet. Bei diesen beiden Gitarren handelt es sich um die populärsten Vertreter der Standard Series. Hier gibt es mehr dazu

John Mayers Signature-Modelle

John Mayer ist derzeit einer der einflussreichsten und bekanntesten Gitarristen, und das nicht nur auf der Akustischen. Der inzwischen vierzigjährige Überflieger der Pop- und Bluesszene kann auf über zwanzig Jahre Bühnenerfahrung und etliche zum Teil höchst erfolgreiche Platten zurückblicken, die ihm bis jetzt stattliche sieben Grammys eingebracht haben.

Hier gibt es mehr dazu

Sustainability bei Martin 

Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen unserer Zeit und hat mit den CITES-Beschlüssen auch uns Gitarristen erreicht. Zur Erinnerung: Seit dem zweiten Januar 2017 muss der Handel mit allen Palisanderarten kontrolliert werden. Das brachte viele Hersteller zum Nachdenken, und das nicht nur, weil die neuen Bestimmungen reale Kosten verursachen.

Hier gibt es mehr dazu