News


Weniger Holz, lauterer Ton

Was genau ist ein „scalloped bracing“?
Wenn es um die Bewertung einer akustischen Gitarre geht, werden oft Schlagworte benutzt wie beispielsweise „forward shiftet x-bracing“, das im letzten Newsletter thematisiert wurde – oder aber „scalloped bracing“. Das soll heute unser Thema sein.

Besser? Oder nur anders?
Eine Gitarre besitzt ein „scalloped bracing“. Das liest man in den technischen Daten der Hersteller und der Fachmagazine, und meist ist es mit der Vorstellung einer Qualitätssteigerung verbunden. Das dem nicht so ist, nicht so sein kann, zeigt alleine die Tatsache, dass es nach wie vor Martin-Gitarren gibt, die ein Standard-Bracing besitzen, das genau eben nicht „scalloped“ ausgearbeitet ist. Schon daraus können wir schließen, dass ein „scalloped bracing“ lediglich eine Alternative für einen anderen Sound darstellt, keinesfalls jedoch in jeder Hinsicht klanglich überlegen ist.

Wie sieht ein „scalloped bracing“ aus?
Das englische Wort „scalloped“ lässt sich am besten mit „bogenförmig“ übersetzen. Die eigentlich gerade Oberseite einer Deckenleiste wird in der Mitte tiefer gehobelt. Sie sieht dann ein wenig aus wie eine Hängebrücke. Auf diese Weise wird sowohl das Gewicht als auch die Steifigkeit dieser Leiste verringert.

Was bewirkt ein „scalloped bracing“?
Eine Gitarre mit einem „scalloped bracing“ wird lauter tönen und möglicherweise etwas mehr Schub in den Bässen liefern. Allerdings ist die Decke dieser Gitarre weniger stabil und wird mit dicken Saiten möglicherweise nicht den optimalen Sound liefern und sich im Extremfall verziehen. Dazu müssen die Saiten allerdings sehr dick sein – .013er Drähte sind noch erlaubt! Die Funktion eines Leistensystems ist es immer, der Decke gerade so viel Stabilität zu verleihen, dass sie dem Saitenzug widerstehen kann, ohne dabei zu sehr in ihrer Schwingung gebremst zu werden. Im Idealfall ist also das Bracing genau auf die Stabilität des jeweiligen Deckenholzes abgestimmt, aber auch auf die voraussichtlich verwendeten Saiten. Wer generell etwas stärkere Saiten spielen möchte, wie es beispielsweise viele Bluegrass-Gitarristen tun, wird möglicherweise mit einem Standard-Bracing glücklicher werden. Ein solches Bracing weisen beispielsweise die D-28, die D-35 oder die GP-35E auf.

Wer hat’s erfunden?
Die ersten Gitarren mit dem von Christian Friedrich Martin entwickelten X-Bracing erschienen Mitte des 19. Jahrhunderts. Das ursprüngliche Design beinhaltete ausgearbeitete „scalloped“ Leisten, was bei den kleinen Korpusgrößen und den damals verwendeten, leichten Darmsaiten perfekt funktionierte. Die Gitarren wurden größer und mit Stahlsaiten bespannt, so dass die Belastung der Decke immer weiter stieg. Martin begegnete den größeren Anforderungen an die Stabilität zum einen mit dem Verschieben des kompletten „X“ des Leistensystems nach hinten (mehr darüber steht im letzten Newsletter, zum anderen blieben die Deckenleisten nun gerade. Das geschah etwa um 1944 herum.
1976 führt Martin mit der HD-28 das scalloped bracing wieder ein, denn es wurden wieder leichtere Saiten gespielt. Als Hinweis findet man in den Gitarren mit dem neuen, alten Bracing den Stempel „Use Medium Or Lighter Strings Only“. Und nachdem die Saitenstärke „Light“ noch immer die beliebteste ist, ist ein „scalloped bracing“ auch auf der Mehrzahl der Martin-Gitarren der höheren Preisklasse zu finden. Aber eben nicht auf allen. Es lohnt sich also, sich vorher zu informieren und dann ganz genau hinzuhören.

Martin entwickelt zusammen mit Aquilar neue Ukulelen- und Klassiksaiten

Martin Guitars ist heute tief im kollektiven Gedächtnis der Gitarristenwelt als der Stahlsaitenspezialist schlechthin verankert. Dabei vergisst man leicht, dass die Wurzeln der Firma beim Bau von Darmsaitengitarren liegen. Und man vergisst auch, dass die Produktionszahlen von Ukulelen schon mal die der Gitarren überstiegen hatten. Beide Instrumententypen gibt es von Martin noch heute, und beide Instrumententypen benötigen natürlich immer wieder frische Saiten. 

Hier gibt es mehr dazu

Claptons und Mayers Signatures als Dreadnought

Neben der Standard Series gehören die Signature-Modelle zu Martins populärsten Gitarren. Speziell die Instrumente von John Mayer und von Eric Clapton haben es den Fans angetan. Beide Musiker haben schon einige Signature-Modelle bekommen, bei beiden ist jedoch eine offensichtliche Vorliebe für kleine Formen zu erkennen.

Hier gibt es mehr dazu